Virtuelle Realität auf den Schultern – Eine Last, die man gerne trägt

Sicher, Virtual Reality (VR) ist in einigen Wohn-, Schlaf- und Spielzimmern angekommen. Bisher fristet die Technik jedoch ein Nischendasein. Trotz des großen Potenzials gilt VR nämlich noch als wenig attraktiv für einen dauerhaften Einsatz: Die dazugehörigen Brillen drücken, VR-Spiele sind kaum zu haben und das obligatorische Kabel zum PC beziehungsweise zur Konsole steht dem barrierefreien Gaming-Erlebnis wortwörtlich im Weg. All diese Unannehmlichkeiten sollen mit dem VR GO Backpack von Zotac der Vergangenheit angehören.

Prinzip im Schnelldurchlauf

Im Gegensatz zu anderen VR-Plattformen kann der VR GO mit einem hohen Grad an Mobilität aufwarten: Hauptbestandteil des Systems ist ein leistungsfähiger Spiele-PC, der in einen exklusiven Rucksack gesteckt und dort per Akku mit Energie versorgt wird. Die Kraftzellen halten rund zwei Stunden unter Volllast und werden über das beigelegte Netzteil aufgeladen. Der Spieler setzt sich dann den, nur 41 x 27 x 7,6 Zentimeter großen, dafür aber 5 Kilogramm schweren, Rucksack lediglich auf die Schultern. Die Vive, die VR-Brille aus dem Hause HTC, dient als Monitor beziehungsweise VR-Anzeige und ein USB-Kabel als Bindeglied. Letzteres Element lässt sich aufrollen, sodass die Bewegungsfreiheit nicht geschmälert wird. Einmal gestartet darf sich der Spieler dann wesentlich freier als mit anderen VR-Plattformen durch die Spielwelten schlagen. Für die Bedienung liegt dem Starterpaket ein Controller-Paar bei.

Technische Ausstattung und Spieleauswahl

Herzstück des VR GO ist ein i7-Prozessor aus Intels Skylake-Reihe, der mit einer Taktrate von 3,2 GHz werkelt. Als Speicherstationen dienen ein 16 GB großer Arbeitsspeicher-Riegel und eine 256 GB große SSD-Platte. Die Grafikeinheit beläuft sich auf eine Nvidia GeForce GTX 1070. So ist dem Rucksack-PC eine sowohl leistungsstarke als auch angenehm leise Hardware einverleibt. Um während der Flucht aus der Wirklichkeit Hitzestau und Schweißflecken zu verhindern, ist zudem ein kräftiger, jedoch ebenfalls leiser, Lüfter an Board. Anschlusstechnisch hat Zotac ebenfalls eine beachtliche Mischung zusammengestellt: 2 Display-, 3 HDMI-, 6 USB-3.0-Ports und zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse zieren neben dem WiFi- und Bluetooth-Chip die Ausstattungsliste des VR GO. Kompatible Spiele gibt es auf der Plattform von Valve: Mit dem Gaming-Spezialisten ist Zotac eine umfangreiche Kooperation eingegangen und gewährt dem Spieler Zugriff auf zahlreiche kostenlose sowie kostenpflichtige Spiele. Die Chancen, dass noch weitere VR-Titel wie etwa das Horror-Spektakel Resident Evil 7 auf den Spielemarkt strömen, stehen zudem recht gut. Wer sich übrigens nicht mobil, sondern stationär durch VR- und Nicht-VR-Welten schlagen, schießen und schleichen will, darf den Rechner mit wenigen Handgriffen auf die Swap-Station setzen. Hier lassen sich Monitor & Co. mit dem VR GO verbinden und eine Energieversorgung per Netzteil erschließen.

Kaufen, warten oder aussortieren?

Ob sich der Kauf des VR GO lohnt oder nicht, liegt letzten Endes in den Augen des Betrachters beziehungsweise Spielers. Eines ist jedoch gewiss: Sie sollten die mobile Spielestation auf keinen Fall als überteuerte Alternative zum klassischen Gaming-PC oder zur Spielekonsole ansehen! Der Markt für VR-Spiele befindet sich schließlich noch in den Kinderschuhen. Deshalb: Befinden Sie sich bereits auf der Suche nach einem Gaming-PC, so stellt der VR GO Backpack eine durchaus interessante Alternative zum 08/15-Desktop-PC dar und darf angesichts seines Potenzials sogar als eine rentable Zukunftsinvestition angesehen werden.

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