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VoIP-Umstellung der Telekom – Was muss beachtet werden?

Der Zeitpunkt, an dem das alte Festnetz der Telekom abgeschaltet wird, rückt immer näher. Vorbei sind dann auch die Zeiten von ISDN, denn telefoniert wird dann nur noch über die IP-Telefonie. Obwohl die Umstellung auf VOIP erst im Jahr 2018 vollständig beendet sein dürfte, haben schon jetzt acht Millionen Kunden ihren Anschluss gewechselt. Was müssen Sie als Kunde beachten?

Was soll überhaupt die Umstellung?

Der Kunde profitiert von dieser Umstellung von deutlich schnelleren Geschwindigkeiten beim Surfen. Außerdem ist die Sprachqualität besser als beim alten Anschluss. Die Umstellung gilt allerdings nur für die Kunden, die das Internet nutzen. Wer kein Internet über die Telekom nutzt, braucht sich keine Gedanken machen. Vorerst sind diese Haushalte nicht davon betroffen. Sollten Sie zu den Kunden gehören, die das Internet nutzen, dann müssen Sie sich auf die Umstellung vorbereiten.

Was das für die Kunden bedeutet

Keine Angst. Sie brauchen sich keine neue Telefonanlage zu kaufen. Lediglich Ihr Router dürfte nicht mehr für die neue Technik geeignet sein. Das bedeutet für Sie aber nicht, dass Sie tief in die Tasche greifen müssen, denn diese werden auch zu einem geringen Monatspreis verliehen. Sollten Sie erst kürzlich einen Vertrag abgeschlossen haben und die Umstellung nicht wünschen, dann können Sie auf die Vertragserfüllung pochen. Wenn dieser jedoch ausläuft, dann sind Sie gezwungen, den neuen Anschluss zu wählen. Lassen Sie sich aber nicht zu einem schnellen Anschluss überreden, wenn Sie nur surfen wollen brauchen Sie den nicht.

Kommt die DSL-Drosselung der Telekom doch nicht?

Im Mai 2013 hat die Telekom ein neues “Internet-Konzept” vorgestellt, das ab 2016 greifen soll und in der Netz-Community einen gewaltigen “Shitstorm” ausgelöst hat. “Drosselkom” ist noch eines der freundlicheren Worte, mit denen der Magenta-Konzern dabei bedacht wurde. Wer künftig bei einem DSL-16.000-Anschluss ein Datenvolumen von 75 GB überschreitet, kann anschließend für den Rest des Monats nur noch mit einer reduzierten Geschwindigkeit surfen. Bei VDSL 25 sollte die Grenze bei 100 GB, bei VDSL 50 bei 200 GB und bei VDSL 1000 bei 400 GB liegen. Die ursprünglichen Pläne zur Drosselung der Geschwindigkeit sind allerdings schon jetzt wieder obsolet. Und die neuen könnten es auch bald sein.

Ursprüngliche Pläne überarbeitet

Ursprünglich sollten DSL Kunden nach Erreichen der Datenvolumengrenze noch mit 384 Kilobyte pro Sekunde weiter surfen können. Das reicht nicht mehr zum Betrachten eines gestreamten Videos. Sollten mehrere Personen in einem Haushalt den Anschluss zur gleichen Zeit verwenden, ist nicht mehr möglich, als das Abrufen von Textmails. Der Aufschrei war so groß, dass der Bonner Konzern inzwischen entschieden hat, die Reduzierung der Anschlüsse solle “nur” auf zwei Megabyte pro Sekunde erfolgen. Das ist zwar besser, aber doch noch immer so weit entfernt von gut, dass der Druck auf die Kunden bestehen bleibt, teurere Tarife zu wählen. Ein Gigabyte Datenvolumen kostet die Bonner einen Cent.

Die Netzneutralität könnte die Pläne zu Fall bringen

Allerdings hat die Telekom bei ihren neuen Plänen auf ziemlich plumbe Art versucht, die Netzneutralität auszuhebeln. Diese besagt, dass alle Datenpakete gleich sind. Daran hat der Magenta-Konzern allerdings kein Interesse. Denn Angebote wie der eigene IPTV-Dienst “Entertain” sollen nicht in die Berechnung einbezogen werden. Zudem sollen Dienste, die dafür zahlen, ebenfalls ausgeklammert werden. Im Mobilfunkbereich passiert dies bereits mit dem Musikanbieter “Spotify“.

Die EU hat bereits angekündigt, notfalls wegen Wettbewerbsverzerrung einzugreifen. Das Bundeswirtschaftsministerium wird eine Verordnung erlassen, welche die Netzneutralität “auf jeden Fall verteidigen” wird. Die Bundesnetzagentur, welche die Bonner bei der Benutzung des Netzes beaufsichtigt, hat eine umfassende Stellungnahme des Konzerns eingefordert, die in der Form gehalten ist, wie es üblich ist, wenn sie ein Vorhaben einstampfen möchte. Ist es der Telekom nicht mehr möglich, bestimmte Dienste zu bevorzugen, ist die Drosselung der DSL Geschwindigkeit nicht mehr haltbar. Allerdings dürften dann wohl Preiserhöhungen folgen.