Open-Source Software auf dem Vormarsch

Open-Source Software oder OSS nennt Computerfachmann solche Programme, bei denen der Software-Hersteller den sogenannten Quellcode mitliefert. Anwender dürfen ihn verändern und anpassen. OSS ist meistens kostenlos.

Noch vor einigen Jahren galt OSS als zweitrangiges Produkt von Idealisten für private Anwender. Inzwischen haben sich von Projektmanagement bis 3d-Grafik, von Monitoring bis Programmierung in vielen Bereichen freie Programme durchgesetzt, die den Vergleich mit Produkten der Konzerne durchaus gewachsen sind. Von Betriebssystem über Spiele bis Textverarbeitung und Mailing – Programm gibt es alles, was ein Einzelanwender oder ein ganzes Büro für die tägliche Arbeit braucht.

Der wirtschaftliche Wert der freien Programme wird in einer Studie, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, auf mehr als 12 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Dies bedeutet nicht, dass 12 Milliarden Euro dem europäischen Markt jedes Jahr verloren gehen. Durch Servicedienstleistungen, Schulungen und Installationen, sowie Werbung und Marketing in der Software wird auch ein erheblichesWirtschaftspotenzial neu erschaffen. Die weltweit nicht nur bei Insidern bekannte kostenlose 3D-Grafik Software Blender zum Beispiel hat es auf eine ansehnliche Anzahl von Lehrvideos, Handbüchern und Tutorials gebracht, die weltweit von Autoren vertrieben werden. Darüber hinaus wird die Software ständig von Programmierern kostenlos weiter entwickelt. Bedenkt man den Preis von etwa 1.000,00 Euro, bis mehrere zehntausend Euro für professionelle 3D-Grafikprogramme von den großen Software Herstellern, dann wird die enorme Bedeutung von kostenloser Software schnell klar.

Teststellungen ergaben, dass die komplette Ausstattung eines kleinen Unternehmen mit Computer, Netzwerk, Textverarbeitung, Mail-System und grafischen Anwendungen mit Open-Source Software betrieben werden kann. Besonders in der Start-up Phase eines jungen Unternehmens können die Einsparungen bei teurer Firmensoftware über Bestehen oder Untergang der Firma entscheiden. Die Kapitalausstattung solcher Unternehmen ist heute nicht in jedem Fall ausreichend, um hohe Anfangsinvestitionen zu schultern.

Kleine kostenlose Programme mit Spaßfaktor oder einem geringen wirtschaftlichen Nutzen hatte es von Beginn der Software-Entwicklung an immer gegeben. Die erste Software mit einigen Millionen Nutzern weltweit, die freigegeben wurde, war der Internet Browser Netscape Navigator. Aus ihm entstand das Mozilla Projekt und der Browser Firefox, der heute zu den meist genutzten Browsern weltweit gehört. Das System Open-Source Software hatte damit seinen weltweiten Siegeszug begonnen.

 

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